Privathaftpflichtversicherung

August 12th 2010 | Posted in Allgemein

Oft genügt im Haushalt schon ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, um ungeplante und zugleich große Schäden hervorzurufen. Ein gutes Beispiel ist diesbezüglich das Einlassen eines Bades. Als dieses fast voll ist, klingelt das Telefon und das Bad gerät in Vergessenheit. Die Folge: Nach einer halben Stunde ist nicht nur das Bad des Wohnungsbesitzers hinüber, sondern auch zahlreiche Wände des Nachbarn sind eingenässt – Beides wäre mit etwas Aufmerksamkeit vermeidbar gewesen. Allerdings ist es im Folgenden die Pflicht des Schadensverursachers, den Sachschaden zu ersetzen. Diese Verantwortung wird als Haftpflicht bezeichnet und ist in § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs verankert. Im Zuge von Schadenersatzforderungen können Geldbeträge verlangt werden, deren Deckung durch Eigenmittel nicht mehr möglich ist. Um dem aus dem Weg gehen zu können, erweist sich im Vornherein der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung als sinnvoll und erforderlich.

Doch was leistet die Versicherung im Falle von Schadenersatzforderungen?

In den Versicherungsschutz sind Personen- und Sachschädigungen einbezogen. Zu den Personenschäden zählen durch den Versicherten verursachte Gesundheitsschädigungen, Verletzungen und Tod von Menschen. Sachschädigungen beziehen die Beschädigung und Vernichtung von Sachgegenständen ein. Die genannten Punkte sind in der Regel in der Grunddeckung einer Privathaftpflichtversicherung enthalten.

Im Falle von Forderungen gegen den Versicherten beginnt die Versicherung zunächst mit der Prüfung der Leistungspflicht: Dabei wird ausgiebig untersucht, ob alle Schadensforderungen gerechtfertigt sind. Falls diese ihre Richtigkeit besitzen, übernimmt die Versicherung den Schadenersatz. Anderenfalls wehrt sie die Forderungen ab und leitet Gegenmaßnahmen, zum Beispiel ein Gerichtsverfahren, ein. Die mit den Maßnahmen anfallenden Kosten werden durch die Versicherung gleichermaßen getragen.

Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Privathaftpflichtversicherung nicht alle anfallenden Schädigungen deckt: So werden Schadenersatzforderungen im Zuge von Vermögensschäden und des Abhandenkommens von Sachen häufig nicht übernommen. Ebenso bestehen Ausnahmen bei Schädigungen durch die Vorbereitung oder Ausführung von Wettkämpfen. Einschränkungen im Versicherungsschutz bestehen bezüglich fremder Sachen, die der Versicherte geliehen, gepachtet, gemietet oder unrechtmäßig erworben hat. Außerdem dürfen Schädigungen nicht absichtlich verrichtet werden – Allerdings werden nicht geplante Folgen mutwilliger Handlungen in der Regel übernommen. Die Privathaftpflichtversicherung bezieht sich zudem nur auf Dritte: Die Schädigung von Angehörigen, die zusammen mit dem Versicherten in einem Haushalt leben, wird nicht getragen. Letztlich ist zu betonen, dass nur Schäden im privaten Bereich übernommen werden: Nicht eingerechnet sind demzufolge Schädigungen durch die Tätigkeit des Versicherten im Beruf, dem Nebenberuf, Verein oder in einem Ehrenamt. Diesbezüglich müssen zusätzliche Versicherungen abgeschlossen werden.